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	<title>Schadenfriendly – Whatever you say, it's linguistic. &#187; Sprachwandel</title>
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	<description>Whatever you say, it's linguistic.</description>
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		<title>Rhotazismus</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 15:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Etymologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwandel]]></category>
		<category><![CDATA[englisch]]></category>
		<category><![CDATA[fremdwort]]></category>
		<category><![CDATA[latein]]></category>
		<category><![CDATA[lautwandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum heisst es Juristin, aber Justiz, einmal mit s, einmal mit r?
Ein Fall für eine weitere linguistische Märchenstunde. Es trug... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2010/08/19/rhotazismus/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum heisst es <em>Juristin</em>, aber <em>Justiz</em>, einmal mit <em>s</em>, einmal mit <em>r</em>?</p>
<p>Ein Fall für eine weitere linguistische Märchenstunde. Es trug sich folgendermassen zu: Am Anfang stand der lateinische Stamm <em>ius-</em> (&#8216;Recht&#8217;), Nominativ <em>ius</em>, Genitiv <em>iusis</em>. Der Rhotazismus bewirkte, dass <em>s</em> zwischen Vokalen zu <em>r</em> wurde. Somit gab es nunmehr zwei Stämme: Den Nominativstamm <em>ius</em> und den Obliquusstamm <em>iur-</em>, z.B. Genitiv <em>iuris</em>.</p>
<p>Wie die Ableitung <em>justus</em> (&#8220;gerecht&#8221;) hat die <em>Justiz</em> ein <em>s</em>, der <em>Jurist</em> dagegen entstammt dem Obliquus-Stamm mit <em>r</em>. Aus demselben Grunde studiert man im Singular <em>Ju<strong>s</strong></em> (&#8220;Recht&#8221;) und im Plural <em>Ju<strong>r</strong>a</em> (&#8220;die Rechte&#8221;).</p>
<p>Rhotazismen sind übrigens ein häufiges Phänomen. Ein anderes Beispiel wären die Vergangenheitsformen von englisch <em>be</em> (&#8220;sein&#8221;), wo sich <em>s</em> und <em>r</em> abwechseln: <em>I was, you were</em>.</p>
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		<title>Neger! – oder: Sensibilisierung durch Sprache</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2009 10:26:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Voll nid politisch]]></category>
		<category><![CDATA[jugendsprache]]></category>
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		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[rassismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist es rassistisch, wenn ich Neger sage? Ist es rassistisch, wenn ein Schwarzer zu einem Schwarzen Neger sagt? Hat die... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2009/06/01/neger-%e2%80%93-oder-sensibilisierung-durch-sprache/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist es rassistisch, wenn ich <em>Neger</em> sage? Ist es rassistisch, wenn ein Schwarzer zu einem Schwarzen <em>Neger</em> sagt? Hat die zur Zeit aktuelle Bezeichnung &#8220;Schwarze&#8221; nicht auch eine negative Konnotation? (Vergleiche: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus-Tretmühle">Euphemismus-Tretmühle</a>)</p>
<p>Ich komme auf das Thema wegen eines <a href="http://www.spreeblick.com/2009/05/28/das-n-wort/">Artikels auf Spreeblick</a>, wo von einem Professor berichtet wird, der <em>Neger</em> gesagt hat. Dazu nun ein paar Grundüberlegungen meinerseits, um das Ganze etwas aufzufächern: Warum soll man nicht Neger sagen?</p>
<p>Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Einstellung vor dem Gesagten zählt. Wenn ich also zwischen Schwarzen und Weissen keinen <strong>wertenden</strong> Unterschied mache und trotzdem <em>Mohrenkopf</em> oder <em>Negerkuss</em> sage, bin ich deswegen kein Rassist.</p>
<p>Die Bedeutung, also Denotation und Konnotation eines Wortes, können sich sehr schnell verändern – in gewissen sprachlichen Subkulturen ist Nigger ein Ausdruck der Anerkennung. <span class="kleiner">Am Rande: Diese bewusste Annahme einer Bezeichnung und Umkehrung der negativen Konnotation hat schon oft Früchte getragen: siehe zum Beispiel <em>gay</em>, <em>queer</em> oder auch den zur Zeit je nach Umfeld verschieden besetzen Begriff <em>Bitch</em>. Sprachwandel eben.</span></p>
<p>Doch diese Differenzierung soll nicht alles so zerpflücken, dass am Schluss <em>Neger</em> damit legitimiert wird. Rassismus darf man kein Schutzmäntelchen umlegen, indem man sagt, ist doch eh alles egal. Aber man sollte sich auch bewusst sein, dass es nicht so einfach geht: &#8220;Jeder, der Neger gesagt hat, ist ein Rassist&#8221;, oder: &#8220;wenn jemand nicht immer geschlechtsneutrale Sprache verwendet, verbirgt sich dahinter eindeutig eine diskriminierende Haltung.&#8221;</p>
<p>Trotzdem halte ich diese sprachlichen Spitzfindigkeit für berechtigt. Denn beim Vokabular manifestiert sich Intoleranz. Nur ist es eben im Rückschluss bei weitem nicht immer Intoleranz. An der Sprache lässt sich festmachen, was nicht okay ist. Das hat nichts mit &#8220;den Mund verbieten&#8221; zu tun.</p>
<p>Das Problem ist, dass Sprache kein unfehlbarer Indikator ist. Die Angeprangerten haben gelernt, ihre Sprache anzupassen, ohne dass sie dabei über ihre Einstellung nachdenken müssen. Welcher Rassist steht schon hin und behauptet stolz von sich, ein solcher zu sein? Es kann sowohl eine tolerante Gesellschaft von <em>Homos</em> und <em>Tunten</em> reden, als auch rassistische Politiker <em>politisch korrekt</em> von <em>Schwarzen</em> sprechen.</p>
<p>Man könnte also sagen, es ist <em>tendenziell</em> rassistisch, <em>Neger</em> zu sagen, aber deswegen bin ich noch kein Rassist. Ein winziger, aber wichtiger Unterschied. Die Sache mit dem Rückschuss, den schon die Calvinisten nicht differenzierten.</p>
<p>Im Zweifelsfall würde ich die Deutungshoheit den Betroffenen überlassen, da sie am besten beurteilen können, was für sie verletzend ist, auch wenn ich die schwarz-weisse Grenzziehung unter Umständen problematisch finde, die zum Beispiel <a href="http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm">der braune Mob</a> vornimmt.</p>
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