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	<title>Schadenfriendly – Whatever you say, it's linguistic. &#187; Meinungen</title>
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		<title>Keinen Plan, aber erst mal schön standardisieren</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 19:59:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vorwörtchen: Dies ist keine &#8220;Dialekt vs. Hochsprache&#8221;-Debatte. Ich störe mich daran, wie Herr Rothenbühler Dialekte als niedere Sprachen darstellt. Wenn... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2010/04/19/keinen-plan-aber-erst-mal-schon-standardisieren/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Vorwörtchen: Dies ist keine &#8220;Dialekt vs. Hochsprache&#8221;-Debatte. Ich störe mich daran, wie Herr Rothenbühler Dialekte als niedere Sprachen darstellt. Wenn nichts besser als das andere ist, heisst das aber auch, dass Dialekte nicht besser als Standarddeutsch sind.</em></p>
<p>Peter Rothenbühler ist Kolumnist. Weil er in Biel zweisprachig aufgewachsen ist, fühlt er sich offensichtlich als Sprachexperte. In der NZZaS vom 18.4.10 diagnostiziert er den Deutschschweizern, sie würden &#8220;langsam zum Volk ohne Sprache&#8221;, da sie Dialekte sprächen, die &#8220;sprachlich verwildert sind&#8221;. Die Dialekte seien &#8220;ein fehlerhaftes Mischmasch&#8221; (interessant, dass sich trotzdem alle verstehen, obwohl sie &#8220;fehlerhaft&#8221; sprechen).</p>
<p>Das sagt schon mal einiges über die Wahrnehmung von Sprachen von Herrn Rothenbühler: Es gibt gute Sprachen und schlechte, richtige und falsche. So weit so falsch.</p>
<p>Als Beleg dafür werden Soziolekte angeführt wie &#8220;Zürialbanisch&#8221; (so seine Bezeichnung), das – oh nein, wie schlimm! – mit der Intonation spielt, oder die SMS-Sprache. Das ist wie wenn man in ein Londoner Pub gehen würde, wo garantiert nur Alteingesessene verkehren, und sich dann beklagt, dass man an diesem Ort Cockney und nicht Received Pronunciation spricht. Man kommuniziert nun mal je nach Situation verschieden, der Begriff dafür heisst &#8220;Varietäten&#8221;.</p>
<p>Dann der Vergleich mit Deutschland und Frankreich: dort würden Dialekte &#8220;als Privatsache betrachtet, als Intim- oder Babysprache für den familiären Bereich&#8221;. Es stimmt, dass Dialekte in verschiedenen Sprachräumen unterschiedlich viel Prestige gegenüber der Standardsprache geniessen, und es trifft auch zu, dass die französische und deutsche Standardsprache viel mehr Prestige als die französischen und deutschen Dialekte hat.</p>
<p>Doch natürlich will Herr Rothenbühler damit Wasser auf seine Mühlen lenken: Das Schweizer Fernsehen trage zum &#8220;sprachlichen Reduitdenken&#8221; bei, fährt er fort, indem es viele Sendungen, auch Informationssendungen, auf Schweizerdeutsch ausstrahle. Damit spricht er implizit an, worum es geht: um Identität. Aber statt zu erörtern, warum Mundart in der Deutschschweiz ein hohes Prestige geniesst, versucht Herr Rothenbühler, dem Dialekt seinen Status abzusprechen.</p>
<p>Aufgefüllt wird der Cocktail mit einem Schuss der ewigen Leier, dass niemand in der Schweiz richtiges Standarddeutsch könne, notabene folgend auf die Feststellung, dass das Hochdeutsch, welches in der Schule gelernt werde, nie mehr angewendet werde. Macht&#8217;s da nicht Klick? Viele brauchen in ihrem Leben einfach kein Hochdeutsch. So wie die Dänen in ihrem eigenen Land nicht englisch sprechen müssen. Nur eine Minderheit muss regelmässig international kommunizieren. Vielleicht sollte man das in die Beurteilung des Soll-Status vom Hochdeutschen mit einfliessen lassen. Dass Standarddeutsch die allgemeine Verständigung vereinfacht, ist jedoch nicht abzustreiten. Und hier breche ich ab, denn gleich wird&#8217;s komplex.</p>
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		<title>FeministInnen, TotengräberInnen der deutschen Sprache &#8211; die alte Geschichte vom generischen Maskulinum</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 13:27:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über Twitter bin ich aufmerksam geworden auf einen zweiteiligen Text von Dr. Arthur Brühlmeier, zuvor erschienen in &#8220;Deutsche Sprachwelt&#8221;, Ausgabe... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2010/01/21/feministinnen-totengraberinnen-der-deutschen-sprache-die-alte-geschichte-vom-generischen-maskulinum/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://twitter.com/bodestaendix/status/6458248718">Über Twitter</a> bin ich aufmerksam geworden auf einen <a href="http://www.sprachkreis-deutsch.ch/index___id%3Daktuelles!artikel%26year%3D2009%26artikel%3D3256.html">zweiteiligen</a> <a href="http://www.sprachkreis-deutsch.ch/index___id%3Daktuelles%21artikel%26year%3D2009%26artikel%3D3266.html">Text</a> von Dr. Arthur Brühlmeier, zuvor erschienen in &#8220;Deutsche Sprachwelt&#8221;, Ausgabe 36.</p>
<p>Seine These ist, dass geschlechtsneutrale Sprache ein schwerer Eingriff in die Sprache ist und zulasten des Verständnisses geht. Dies wird an etlichen Beispiele exemplifiziert, von denen ich im Folgenden einige herausnehme, um meine Sicht der Dinge zu zeigen. Die Argumentation von Herrn Dr. Brühlmeier ist rein linguistisch. So ist ein Hauptpfeiler der Argumentation, dass alle drei Genera auch eine androgyne Funktion hätten und folglich <em>-er</em> keine ausschliesslich maskuline Endung sei. O-Ton:</p>
<blockquote><p>Tatsächlich beruht die Forderung nach einer konsequenten Doppelnennung menschlicher Funktionsträger auf einem fundamentalen sprachwissenschaftlichen Irrtum. Die Fehlüberlegung besteht in der Gleichsetzung von biologischer Geschlechtlichkeit und grammatikalischem Genus. [...] Das Genus wird aber nicht bloss geschlechtlich oder ungeschlechtlich, sondern – in unserem Zusammenhang grundlegend – auch übergeschlechtlich (als Androgynum) verwendet: [...]</p></blockquote>
<p>Ich bestreite nicht, dass das biologische Geschlecht nicht immer mit dem grammatischen Genus übereinstimmt. Beispiele wie <em>das Mädchen</em>, <em>der Gast</em> oder <em>die Person</em> belegen dies in der Tat. Doch der weiteren &#8220;Konsequenz&#8221; kann ich nicht mehr folgen:</p>
<blockquote><p>So sind insbesondere sämtliche Funktionen, die praktisch von allen Verben abgeleitet werden können und auf -er enden, trotz des maskulinen Genus nicht biologisch männlich, sondern androgyn zu verstehen. Ein Mensch, der liest, ist ein Leser, einer, der singt, ein Sänger und einer, der arbeitet, ein Arbeiter.</p></blockquote>
<p>Für mich ist <em>ein Arbeiter</em> ganz klar ein Mann und Britney Spears <em>eine Sänger<strong>in</strong></em>, kein <em>Sänger</em> (oder allenfalls eine Interpretin). Die Endung <em>-er</em> ist also implizit männlich, wie auch andere Bezeichnungen, wo es eine feminine (und damit weibliche) Version auf <em>-in</em> gibt. Genus und biologisches Geschlecht stimmt zwar nicht immer überein, aber an diesem Punkt schon. Dies lässt sich mit dem semantischen Modell des Prototyps belegen: Wenn du das Wort <em>Arzt</em> hörst, was kommt die zuerst in den Sinn? Eine Frau? Kaum.</p>
<p>Ich würde die Interpretation wagen, dass <em>-er</em> als männliche Endung wahrgenommen wird, weil es eine weibliche Endung auf <em>(-er)-in</em> gibt. Im Englischen gibt es keine weibliche Endung und so ist <em>a teacher</em> sowohl <em>eine Lehrerin</em> als auch <em>ein Lehrer</em>. Da wir im Deutschen differenzieren können, wird <em>Lehrer</em> mit einem Mann verbunden.</p>
<p>Kommen wir zum Plural. Auch hier gilt meines Erachtens, dass ein Nomen agentis in erster Linie Männer bezeichnet. Wenn jemand von <em>Arbeitern</em> spricht, denke ich an Männer, die arbeiten, nicht an Frauen. Dann kommt wieder die Argumentation, das sei aber – grammatisch gesehen – ein generisches Maskulinum (hier Androgynum genannt, um zu betonen, dass es auch ein generisches Femininum und Neutrum gibt, was die Sache aber auch nicht besser macht).</p>
<p>Das generische Maskulinum bzw. Androgynum existiert ohne Zweifel in der deutschen Sprache, doch an Stellen, wo es eine explizit weibliche Form gibt, ist die früher vielleicht als übergeschlechtlich verstandene Form heute implizit männlich. Die generische Funktion greift also nicht (mehr?) so stark wie die geschlechtsgebundene und dem muss man Rechnung tragen.</p>
<p>Wir stehen also vor dem Problem, dass <em>Lehrer</em> nicht (mehr) als androgyne Bezeichnung wahrgenommen wird. Wo die Umstände Genauigkeit erfordern (zum Beispiel in offiziellen Dokumenten), muss demnach eine Strategie gefunden werden, Frauen explizit miteinzubeziehen. Ein Vorschlag ist das Binnen-i, also <em>LehrerInnen</em>, andere sind zum Beispiel <em>die Lehrpersonen</em> oder <em>die Lehrerschaft</em>.</p>
<p>Wer verleugnet, dass es hier eine sprachliche Unschärfe gibt, versucht entweder, eine überkommene Einstellung zu vertuschen oder hat ein veraltetes Sprachgefühl. Aus rein sprachlichen Überlegungen auf der Allgemeingültigkeit des generischen Maskulinum zu beharren heisst auch, sich über die gesellschaftlichen Veränderungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu mokieren.</p>
<p>Die Argumentation, dass es sprachlich eigentlich so und so sei (und nicht so wie viele Leute es wahrnehmen, welche Deutsch als Muttersprache haben), ist <a href="http://www.jimynu.ch/blog/uber-sprache-schreiben/">präskriptiv</a>. Zeichen dafür sind Bezeichnungen wie &#8220;generisches Maskulinum&#8221; oder &#8220;Androgynum&#8221;, die nicht mehr zum Beschreiben der Sprache benutzt werden, sondern als Kampfbegriff, warum das so richtig sei.</p>
<p>Nochmal Luft holen.</p>
<p>Ein Satz wie &#8220;Frau Dreifuss ist die hundertste Bundesrätin.&#8221; zeigt ein weiteres Dilemma. Das Wort <em>Bundesrätin</em> fasst Männer nicht mit ein, allerdings fasst das Wort <em>Bundesrat</em> (als Personenbezeichnung) Frauen nicht mit ein. Es gibt also keine androgyne Bezeichnung, die beide Geschlechter einschliesst. &#8220;Frau Dreifuss ist die hundertste Bundesrätin.&#8221; ist ebenso falsch (weil es etwas anderes sagt) wie &#8220;Frau Dreifuss ist der hundertste Bundesrat.&#8221; (weil sie kein <em>Bundesrat</em> ist, sondern eine <em>Bundesrätin</em>). In diesem Fall muss man halt näher darauf eingehen, da gibt es keinen anderen Weg, auch wenn wir sprachliche Unklarheiten wegdefinieren. Und wenn es nicht so eine Rolle spielt, im Kollegenkreis zum Beispiel, würde ich eine solche Aussage sicher mit einer anderen Betonung, händischen Gänsefüsschen oder ähnlichem begleiten.</p>
<p>Das Killerargument ist dann jeweils, dass die Sprache verschandelt werde:</p>
<blockquote><p>[Durch Schreibungen wie] <em>Athleten und Athletinnen, EidgenossInnen, Arzt/Ärztinnen und Bürger/innen</em> [wird] so schwerwiegend in die Sprache eingegriffen, dass die Lektüre nicht bloss ermüdend wirkt, sondern das laute Lesen teilweise sogar unmöglich wird und der Inhalt kaum mehr verständlich ist.</p></blockquote>
<p>Ich finde das kleinlich. Man muss sich ja auch nicht extra so dumm anstellen, um dann einen sprachlichen Makel attestieren zu können. Noch nie habe ich vorher <em>A(Ä)rztIn</em> gelesen. Sprache ist doch kein zartes Geschöpf, das vor bösen Feministinnen und Leuten, denen Gleichstellung am Herzen liegt, geschützt werden müsste. Sprache hat sich immer verändert und war deshalb auch immer Gegenstand von Auseinandersetzungen. Und Sprache kann das bewältigen: Mit ein bisschen gutem Willen findet man pragmatische Wege, wie man mit neuen Herausforderungen auf der Ebene der Sprache umgehen kann. Da muss man nicht gleich mit dem reaktionären Hammer der Sprachkritik kommen und versuchen, das Sprachgefühl umzupolen.</p>
<p>Ein bisschen wohlwollende Kreativität ist gefragt. Statt &#8220;Wer zuviel Energie verbraucht, der oder die sollte zur Kasse gebeten werden&#8221; könnte ich anbieten &#8220;Wer zuviel Energie verbraucht, sollte zur Kasse gebeten werden&#8221;; statt &#8220;Liebe deinen Nächsten, deine Nächste und dein Nächstes&#8221; beispielsweise &#8220;Liebe deine Nächsten&#8221;; statt &#8220;Lehrerin oder Lehrer&#8221;, so schwer ist es doch auch nicht, &#8220;Lehrperson&#8221;.</p>
<blockquote><p>Die Sprache ist ein geistiger Organismus, in den man nicht derart gewaltsam eingreifen darf, dass wichtigste Ausdrucksmöglichkeiten verloren gehen und Umständlichkeit die Klarheit verdrängt.</p></blockquote>
<p>Da haben wir sie wieder, die Instrumentalisierung der Sprachwissenschaft. Hier wird die Sprachwissenschaft hergenommen, um eine Einstellung zu untermauern. Aber die Disziplin der modernen Sprachwissenschaft ist Beobachtung, aus ihr ist kein Imperativ für richtiges Handeln abzuleiten.</p>
<p>Sprache verändert sich fortwährend, ganze Kategorien fallen weg (Tempora, Genera etc.) und die Sprache, oder besser gesagt die SprecherInnen, reagieren darauf. Wenn eine Ausdrucksweise extrem umständlich ist, ist sie nicht stabil und wird sich langfristig nicht halten. Sprache ist kein von den Menschen und der Gesellschaft unabhängiger Organismus, sie ist ein kulturelles Verständigungssystem, das fortwährend Einflüssen unterworfen ist. Sprache oder vielmehr deren Benutzung treibt komische Blüten, aber die Menschen wussten noch immer damit umzugehen ohne jemanden, der einem vorschreibt, wie sie das zu tun haben (aber genau dies scheint die Hauptbeschäftigung der <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Sprachwelt">Deutschen Sprachwelt</a></em> zu sein).</p>
<p>Mehr Beispiele geben einem da auch nicht mehr recht. Zusätzlich sind die Beispiele zumeist sehr prononciert und im Alltag so selten anzutreffen, ausser natürlich man schiesst sich auf jedes <em>/innen</em> ein und deutet es als Tod der sprachlichen Eleganz um. Viele Beispiele des Textes von Herrn Dr. Brühlmeier sind aus Domänen, wo klarer Sprachgebrauch unerlässlich ist. Nun sind aber Gesetzestexte und Verordnungen auch sonst nicht leicht zu verstehen.</p>
<p>Es fordert überdies niemand, <em>Geschwister</em> (ein generisches Neutrum, gebildet aus einem Femininum) durch <em>Geschwister und Gebrüder</em> zu ersetzen. Auch die Ersetzung von <em>man</em> durch <em>man/frau</em> ist nach meiner Interpretation als augenzwinkernder Hinweis darauf zu verstehen, dass Ungleichberechtigung noch tief in der Gesellschaft drin steckt. Aber natürlich kann man dies auch als Indiz nehmen, wie verbohrt und blöd die anderen sind.</p>
<p>Zurück zum Pragmatismus: Sprachgebrauch soll weiterhin lustvoll sein und nicht dogmatisch. Statt Grabenkämpfen sollten wir uns nach konstruktiven Ideen umsehen, mit den gebotenen Herausforderungen umzugehen. Niemand zwingt einen zu sturer Ideenlosigkeit à la <em>&#8220;So wird ein(e) Lernende(r) zu einer(m) LernbegleiterIn und umgekehrt.&#8221;</em> – wie wär&#8217;s mit <em>So werden Lernende zu LernbegleiterInnen und umgekehrt</em>?</p>
<p>Was ich fordere, ist bewusster Sprachgebrauch. Es geht nicht um einen Endkampf, &#8220;Sprache wie vor 50 Jahren&#8221; gegen &#8220;alles im geringsten Männlichkeitslastige ausmerzen&#8221;. Wenn man nicht einmal aus dem Loch kommt und den KritikerInnen am &#8220;alten&#8221; Sprachgebrauch zugesteht, dass es gewisse Probleme gibt, liegt mir doch schnell einmal das Wort &#8220;reaktionär&#8221; auf der Zunge.</p>
<p>Je schneller die Ignoranz gegenüber feministischen Anliegen à la:</p>
<blockquote><p>Auf der Gewinnseite liegt lediglich die Genugtuung jener Männer und Frauen, denen die Doppelnennung menschlicher Funktionsträger ein Anliegen ist und die es offensichtlich verstanden haben, sich durchzusetzen.</p></blockquote>
<p>anerkannt wird, desto eher können wir konstruktive Lösungen suchen, die nicht probieren, bereits geführte gesellschaftliche Debatten wieder zuzuschütten.</p>
<p>Ich plädiere nicht für Laisser-faire, sondern für Gelassenheit. Und ich empfehle, sich über die eigenen Motive klar zu werden, aus dem Anliegen der sprachlichen Gleichstellung einen Elefanten zu machen.</p>
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		<title>Absurditäten im Genitiv</title>
		<link>http://www.jimynu.ch/blog/2009/08/10/absurditaten-im-genitiv/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 18:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die wertenden Kommentare von <strike>Se</strike>Bastian Sick (&#8220;Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod&#8221;) zum Sprachwandel sind Linguisten ein Dorn im Auge. Warum ist es ein Zeichen sprachlichen Zerfalls, wenn man eine Dativkonstruktion statt einer Genitivkonstruktion benutzt? Unsere Wahrnehmung &#8220;minderer&#8221; Sprache ist willkürlich.</p>
<p>Dafür kam mir gerade ein bestechendes Beispiel in den Sinn: Grammatisch analog zu <em>Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod</em> ist die Bildung <em>Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf</em>, welche die lateinische Konstruktion nachahmt und dabei ach so archaisch und intellektuell klingt &#8211; nur seltsam, dass dieselbe Konstruktion je nach Kontext entweder als modern, flapsig und <em>sprachfeindlich</em>, oder als alt, weise und <em>schön</em> wahrgenommen wird.</p>
<p>Klartext an die Kulturpessimisten: Der Zerfall einer Sprache lässt sich nicht am Kasus, mit dem Besitzverhältnisse ausgedrückt werden, festmachen.</p>
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		<title>Deutsch und deutlich</title>
		<link>http://www.jimynu.ch/blog/2008/12/22/deutsch-und-deutlich/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Dec 2008 14:22:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema hat Hochkonjunktur: Überrollt Hochdeutsch die Schweiz? Flacht die Sprache ab? <em>Standardsprache</em> schon im Kindergarten? Ist Schweizerdeutsch in einem Jahrhundert Geschichte? – Es scheint, als stäche in ein Wespennest, wer über Deutsch, Hochdeutsch, Schweizerdeutsch und Standarddeutsch schreibe. Oft erhalten Artikel darüber etliche Zuschriften oder Kommentare.</p>
<p>Tradition gegen Kompetenz, Eigenheit gegen Anpassung, Borniertheit gegen Einbindung, Abschottung gegen Fortschritt – oder alles gleichzeitig. Die ach so vielsprachige Schweiz sucht ihren Weg, mit dem Hochdeutschen und der eigenen Sprachidentität umzugehen.</p>
<p><span id="more-140"></span></p>
<p>Zuerst einmal sollte man sich der Termini bewusst sein, mit denen alle um sich schmeissen:</p>
<ul>
<li><strong>Hochdeutsch</strong> als linguistisch-geografische Bezeichnung steht im Gegensatz zu <strong>Niederdeutsch</strong>. Hochdeutsch wird im grössten Teil Deutschlands, in Österreich und in der Schweiz gesprochen, Niederdeutsch ist Plattdeutsch, gesprochen in Norddeutschland, das die 2. deutsche Lautverschiebung, auch &#8220;hochdeutsche Lautverschiebung&#8221; genannt, nicht mitgemacht hat. Hochdeutsch kann man in Ober- und Mitteldeutsch unterteilen. <em><strong>Hoch</strong>deutsch</em> bezeichnet in der Umgangssprache jedoch die Hochsprache, die mit <em>höherem</em> Prestige konnotiert ist.
</li>
<li>Der linguistische Terminus für die normierte deutsche Hochsprache ist <strong>Standarddeutsch</strong>, verkürzt <em>Standard</em>. Mehrere deutschsprachige Länder haben ihre eigenen Varianten des Standarddeutschen: <em>Bundesdeutsches Hochdeutsch</em>, <em>Österreichisches Deutsch</em> und <em>Schweizer Hochdeutsch</em>. Deutsch ist somit eine <strong>plurizentrische Sprache</strong>, was bedeutet, dass <em>mehrere Standardvarietäten</em> existieren. Das <strong>Schweizer Hochdeutsch</strong> ist nicht gleichzusetzen mit Schweizerdeutsch; es ist das Hochdeutsch, in dem Drucksachen (Zeitungen, Gesetze, etc.) in der Schweiz verfasst sind, und das in den Nachrichten gesprochen wird. Es hat gewisse lexikalisch Eigenheiten, <strong>Helvetismen</strong> genannt, die im Bundesdeutschen Hochdeutsch nicht oder anders verwendet werden, im Schweizer Hochdeutsch aber absolut korrekt sind (!), so zum Beispiel <em>parkieren</em> statt <em>parken</em> (mehr davon im TA-Artikel <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Deutsch-vs-Deutsch-Paprika-heisst-Peperoni/story/23015249">Deutsch vs. Deutsch: Paprika heisst Peperoni</a>). Aber auch in der Grammatik gibt es kleinere Abweichungen (<a href="http://www.nzz.ch/2007/01/16/se/articleesi0e_1.97312.html">Artikel dazu bei der NZZ</a>), ebenso in der Orthografie. Typisches Beispiel ist hier die Verwendung von <em>ss</em> statt <em>ß</em>. Von Deutschen und vermehrt auch von Schweizern werden solche Abweichungen insbesondere beim Lautstand (kein stimmhaftes s [z] in <em>Rose</em>) und beim Lexikon oft als &#8220;falsches Deutsch&#8221; wahrgenommen. Dabei sollte man sich bewusst sein, dass auch ein Schwabe oder eine Sächsin, die oder der Bundesdeutsches Hochdeutsch spricht, gewisse dialektale Einschläge hat (ob das nun die Postulierung einer eigenen Varietät der Standardsprache rechtfertigt oder ob besser alle dieselbe Standardsprache lernen würden und eine solche Differenzierung nur ein irreführender &#8220;PR-Gag&#8221; ist, sei dahingestellt).
</li>
<li><strong>Schriftdeutsch</strong> ist eine schweizerische Bezeichnung für die [schweizerische] Standardsprache. Sie soll wie <em>Hochdeutsch</em> durch den Terminus <em>Standarddeutsch</em> ersetzt werden, da sie als wertend angeschaut wird (<em>Schriftdeutsch</em> impliziert, dass <em>Standarddeutsch</em> nur eine geschriebene Sprache ist).
</li>
</ul>
<p>Nach diesem Definitionsmarathon könnte man sich jetzt in eine Diskussion stürzen.</p>
<p>Ich will nur eine Feststellung loswerden, die aber mehrere andere tangiert. Well then.</p>
<p>Mich amüsiert die ganze Diskussion etwas. Denn wenn man das Ganze in einen grösseren Kontext stellt, fällt die Unverhältnismässigkeit ins Auge.</p>
<p>Sprachwandel findet statt. Ständig finden neue Lehnwörter Einzug in die Sprache. Zuerst geisselte man die Verwendung von Anglizismen im Hochdeutschen (also, ähm, Standarddeutschen), jetzt die Verwendung von deutschen Wörtern in der Mundart.</p>
<p>Gerade als Linguist, dem die Sprache die ganze Zeit davonrennt, kann ich das auch gut verstehen. Aber, wie gesagt: Sprache verändert sich fortlaufend. Schlussendlich ist es eine Frage der Menge, und die kritische Menge ist meiner Meinung nach noch lange nicht überschritten. Dann sagt Fritzli halt <em>Striichhölzli</em> statt <em>Zündhölzli</em>. Wir haben ja auch ein anderes Vokabular als unsere Grosseltern.</p>
<p>Wir Schweizer scheinen ein Problem mit dem Hochdeutschen zu haben – zwar brauchen wir es tagtäglich, schauen deutsches Fernsehen, lesen Bücher und Zeitung, hören Nachrichten – und doch: so ganz trauen wir der Sache nicht. Vielleicht planen die ja eine feindliche Übernahme. Die sind ja alle schon hier und rhetorisch viel gewandter. Panik. Populismus. Popliger Alpen-Nationalismus.</p>
<p>Auf pragmatischer Ebene muss festgestellt werden: Zweisprachigkeit ist für Kinder kein Problem, vorausgesetzt notabene eine angemessene Betreuung ist vorhanden. Optimalerweise werden &#8220;Standard&#8221; und Schweizerdeutsch nicht vermischt, wenn sie nebeneinander verwendet werden. Dies kann Beispielsweise durch Fenster, also Sequenzen in der jeweils anderen Sprache, oder, allgemeiner gesagt, durch Kopplung an Themen oder Personen geschehen.</p>
<p>Untergehende Sprachen haben andere Geschichten: sie werden verboten oder von prestigereicheren Sprachen überrollt. Ich sehe weit und breit keinen politischen Zwang oder wirtschaftlichen Druck, nicht mehr Schweizerdeutsch zu sprechen – Dem Schweizerdeutsch geht es blendend. SMS werden auf Schweizerdeutsch geschrieben, ebenso kommunizieren der hippe junge Schweizer und die coole junge Schweizerin auf Facebook und wie sie alle heissen auf Schweizerdeutsch. Schweizerdeutsch hat kein Imageproblem.</p>
<p>Darum frage ich mich, was diese heftigen Reaktionen ausgelöst hat. Ich kann mich weder für noch gegen Hochdeutsch im Kindergarten bedenkenlos aussprechen. Die Befürworter versprechen eine Generation von hyperkompetenten, vorbehaltlosen Standardsprechern, die auch im Schweizerdeutsch zu Hause sind. Alles wird besser. Die Gegner hängen ihre Besorgnis an einzelnen Wörtern auf und an genauso gefühlten Wahrheiten wie die Befürworter. Denn es ist wie so oft wissenschaftlich nicht klar, was passieren wird in dieser spezifischen Situation.</p>
<p>Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch, dass wir eng mit Deutschland verbandelt sind. Wie viel Hochdeutsch im Kindergarten das rechtfertigt, weiss ich nicht. Aber ich habe das starke Gefühl, dass viel Aufheben um nichts gemacht wird. Es geht um einen Prozentanteil Hochdeutsch im Kindergarten (ausgenommen Basel, die eine &#8220;Extremvariante&#8221; mit 100% Hochdeutsch <em>erprobten</em>, was den Stein des Anstosses richtig ins Rollen gebracht hat) und alle beklagen den Verlust unserer Identität. In anderen Ländern gibt es viel stärkere Eingriffe: In Katalonien war Català 40 Jahre verboten und jetzt ist es wieder stark; Frankreich fasst seine Minderheitensprachen viel härter an; Afrika oder Papua-Neuguinea sind Schmelztiegel von Sprachen; Deutsch selbst ist das Produkt jahrhundertelangen Widerspiels germanischer Dialekte, später Latein oder Französisch und jetzt eben Englisch.</p>
<p>Und deshalb kommt mir die ganze Sache wie ein Sturm im Wasserglas vor.</p>
<div class="kleiner">Der Anlass für den Artikel ist ein längerer und lesenswerter Artikel über die &#8220;Fremdsprache Deutsch&#8221; in der NZZ am Sonntag vom 21.12.08. Bei DRS gab es einige Sendungen zum Thema, die unterdessen allerdings nicht mehr online sind.</div>
<div class="kleiner">Zum Weiterlesen:</p>
<ul>
<li>Hochdeutsch im Kindergarten: <a href="http://sc.tagesanzeiger.ch/dyn/news/zuerich/837462.html">Befragung unter Kindergärtnerinnen und Hintergründe</a> (TA 31.1.08), <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/umstrittenes_hochdeutsch_im_kindergarten_1.690543.html">NZZ 17.3.08 zum gleichen Thema</a>; <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/hochdeutsch_fuer_kleinkinder_1.711136.html">Hochdeutsch für Kleinkinder</a> (NZZ 16.4.08); <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/kindergaerten_basel__1.1403548.html">Hochdeutsch in Basler Kindergärten</a> (NZZ Online 11.12.08)
</li>
<li><a href="http://www.mundart-kindergarten.ch/">Initiative Ja zu Mundart im Kindergarten</a> (Zürich), <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/kanton/12000-sagen-Chindsgi-statt-Kindergarten/story/11546800">Artikel dazu, TA 25.11.08</a>
</li>
<li>Eine Andere Baustelle der Sprachenvielfalt (oder auch: auf Hochdeutsch sind wir allergisch, die Bündner Polyglossie finden wir toll): <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/die_buendner_leben_ihre_dreisprachigkeit_1.1292016.html">Die Bündner Leben ihre Dreisprachigkeit</a> (interessant dabei ist u.a. die positive Beurteilung im Artikel, die im Kommentar von einem Spezialisten relativiert wird)
</li>
<li>Deutsche lernen Schweizerdeutsch: NZZ <a href="http://www.nzz.ch/2007/03/24/zh/articlef0k3q_1.133079.html">24.3.08</a>, <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/schweizerdeutsch_fuer_tueuetschi_1.1412300.html">15.12.08</a>
</li>
<li>Die Sache mit den <em>ungeheuren Deutschen</em>: <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Deutsche-schnappen-uns-die-Frauen-weg/story/17401382">&#8220;Deutsche schnappen uns die Frauen weg&#8221;</a>, TA 26.11.08
</li>
</ul>
</div>
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		<title>Die Sache mit den Tieren</title>
		<link>http://www.jimynu.ch/blog/2008/10/23/die-sache-mit-den-tieren/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Oct 2008 21:23:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungen]]></category>
		<category><![CDATA[clever hans]]></category>
		<category><![CDATA[tiersprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Vorstellung, dass Tiere sprechen können, fasziniert. Und verleitet die Menschen immer wieder zu fragwürdigen Schlüssen.
So geschehen schon beim Klugen... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2008/10/23/die-sache-mit-den-tieren/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vorstellung, dass Tiere sprechen können, fasziniert. Und verleitet die Menschen immer wieder zu fragwürdigen Schlüssen.</p>
<p>So geschehen schon beim <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kluger_Hans"><em>Klugen</em> Hans</a>.</p>
<p>Kombiniert mit Verhaltenspsychologie und weiteren jungen wissenschaftlichen Erkenntnissen wie Spiegelneuronen wird jetzt wieder versucht, die Fähigkeit zu sprechen bei Tieren ausfindig zu machen. Bei <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,577129,00.html">Spiegel Online gibt es einen Artikel</a> dazu von <a href="http://www.edge.org/video/dsl/pepperberg.html">Irene Pepperberg</a>.</p>
<p>Meine kritische Haltung rührt daher, dass unter der Begeisterung ob der Möglichkeit, dass es weitere sprachbegabte Wesen gibt, die Objektivität schnell einmal zu kurz kommen kann. Natürlich ist es faszinierend, aber wie Irene Pepperberg selbst feststellt, kommt eine solche &#8220;Tiersprache&#8221; nie an menschliche Sprache heran. Tiere beherrschen keine Grammatik (und sind somit auch nicht fähig, komplexe Zusammenhönge auszudrücken) und es ist immer noch umstritten, ob die Fähigkeit gewisser Menschenaffen, ausgewählte sprachliche Konzepte zu verstehen, pure Konditionierung ist oder ob sie die Bedeutung verstehen – was schlicht nicht beweisbar ist.</p>
<p>Damit wird aber gleichzeitig klar: auch Tiere sind lernfähig und zwar zum Teil in erstaunlichem Masse.</p>
<p>Fazit: Lasst euch keine Pferde, Affen oder Papageien aufbinden. Jedenfalls keine sprechenden. Bei aller Begeisterung sollte man immer daran denken, dass solche <em>Sprache</em> nicht gleich &#8220;Sprache&#8221; ist.</p>
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		<title>Das Manifest</title>
		<link>http://www.jimynu.ch/blog/2008/09/07/das-manifest/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Sep 2008 16:54:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungen]]></category>
		<category><![CDATA[ablehnung gegenüber fremdem]]></category>
		<category><![CDATA[angst vor fremdem]]></category>
		<category><![CDATA[finnisch]]></category>
		<category><![CDATA[fremd]]></category>
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		<category><![CDATA[sprache]]></category>
		<category><![CDATA[toleranz]]></category>

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		<description><![CDATA[Zurück aus den Ferien in Finnland stimme ich jetzt einmal ein Loblied auf die Finnische Sprache an. Denn zu oft... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2008/09/07/das-manifest/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zurück aus den Ferien in Finnland stimme ich jetzt einmal ein Loblied auf die Finnische Sprache an. Denn zu oft wird Finnisch nur als lustig und seltsam wahrgenommen – doch vor Sprachen muss man nun wirklich keine Angst haben.</p>
<p><br/>Finnisch ist nicht <em>schwer</em>. Finnisch ist uns fremd, weil es nicht – wie fast alle Idiome um uns herum: Deutsch, Englisch, Fränzösisch, Spanisch, Russisch und viele mehr – eine indogermanische Sprache ist.</p>
<p><br/>Finnisch klingt komisch. Kann man so stehenlassen. Dass wir Anderssprachigen das so empfinden, liegt vermutlich daran, dass man Finnisch nicht oft hört – wie zum Beispiel Englisch. Finnisch mag schrullig sein, doch darob darf man nicht vergessen, dass es eine nicht minder vollständige und vielseitige Sprache ist als uns Bekanntere.</p>
<p><br/>Finnisch ist unverständlich und nicht erlernbar. Ist natürlich so. Etwa so unverständlich und nicht erlernbar wie Englisch.</p>
<p>Was ich damit sagen will: Viele stellen sich vor, Finnisch müsse ja sooo schwierig sein, weil so anders. Aber die tatsächliche Barriere ist nach meiner Erfahrung viel kleiner als die im Kopf. &#8220;Fremd und unzugänglich&#8221; ist ein Vorurteil, das auf Finnisch nicht mehr zutrifft als als eine beliebige andere Sprache.</p>
<p>Ein Beispiel? Die Laute des Finnischen sind für deutsche Muttersprachler einfach: es gibt keine <em>TH</em>s wie im Englischen, keine nasalisierten Vokale wie im Französischen, keine palatalen <em>L</em>s wie im Italienischen. Weitere Beispiele? Die Betonungsregeln sind durchgehend, die Ortografie entspricht der gesprochenen Sprache und die paar Kasus mehr fallen gar nicht so ins Gewicht&#8230; Wirklich! Von 15 Fällen ersetzen sechs Richtungsangaben wie &#8220;von, in zu, aus&#8221;, drei werden fast nie gebraucht und der Akkusativ ist nur ein grammatisches Konstrukt. Also fünf Fälle, wo wir vier haben. Und man muss auch bedenken, dass jeder einzelner Kasus weniger Funktionen hat, wenn sich die Funktionen auf mehr Fälle verteilen, und damit die Verwendung unter Umständen <em>logischer</em> ist.</p>
<p><br/>Dies ist keine Verteidigung einer exotischen Sprache, sondern ein Manifest: Denkt nicht in den engen Kategorien des Bekannten! Seid neugierig und lasst euch vom Unbekannten überraschen statt ängstigen! Denn fremde Sprachen eröffnen neue Horizonte, lassen einen nachdenken über normal und fremd, schön und praktisch, das Leben und die Welt.</p>
<p><br/>Danke für Ihre Aufmerksamkeit.</p>
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