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	<title>Schadenfriendly – Whatever you say, it's linguistic. &#187; Gehört</title>
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		<title>Unpersönlich in erster, zweiter, dritter und vierter Person</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 17:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt ziemlich viele Möglichkeiten, Situationen und Empfindungen zu beschreiben, die wir alle kennen. Das dreigliedrige Personalpronomensystem des Deutschen ist... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2011/10/19/unpersonlich-in-erster-zweiter-dritter-und-vierter-person/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ziemlich viele Möglichkeiten, Situationen und Empfindungen zu beschreiben, die wir alle kennen. Das dreigliedrige Personalpronomensystem des Deutschen ist wohl gar keine schlechte Basis, auch wenn es auf den ersten Blick sehr strikt erscheint: hier bei mir (ich; wir), mir gegenüber (du; ihr), sonst irgendwo (er/sie/es; sie). <span class="kleiner">Wie es ganz anders geht, zeigt zum Beispiel das Finnische, aber dazu erst am Schluss.</span></p>
<p>Da gibt es zum Beispiel noch die Indefinitpronomina. Heute las ich einen Artikel, in dem durchgehend <strong><em>man</em></strong> verwendet wird. Ein Auszug (zugegeben, das Thema ist eher banal, tut hier aber eh nichts zur Sache):</p>
<blockquote><p><strong>Man</strong> trinkt in Lützelflüh zwei Kaffee [….] – <strong>man</strong> hat eine volle Blase. Doch oh weh! Schon beim Einsteigen sieht <strong>man</strong> das Schild an der Tür: WC gesperrt. [….] Später stellt <strong>man</strong> der Medienstelle der SBB ein paar Fragen. [….] <strong>Man</strong> staunt [über die aufschlussreiche Antwort]. Als Nörgelkunde denkt <strong>man</strong> allerdings: […]<br />
<em>(Tages-Anzeiger 17.10.11)</em></p></blockquote>
<p>Die Verwendung des Pronomens <em>man</em> hat einen besonderen Effekt zur Folge. Die Leserin oder der Leser weiss, dass die Begebenheit dem Journalisten wiederfahren ist, auch wenn er nicht in der 1. Person, als <em>ich</em> berichtet. Warum also spricht er von sich in der 3. Person? <em>Man</em> ist ein <em>Indefinit</em>pronomen, bezeichnet also <em>unbestimmte</em> Personen. Dies legt nahe, dass das Geschilderte jeder und jedem zustossen könnte – es wird impliziert, dass es eine Erfahrung ist, die vielen BahnfahrerInnen bekannt ist.</p>
<p>Bemerkenswert ist, dass im Deutschen ähnliche Effekte mit den Pronomen der 1. und <strong>2. Person Singular</strong> erzielt werden können:</p>
<blockquote><p>Nimm die Finger von dem Mädchen, verlass endlich die Bar<br />
Draussen scheint die Sonne, die Nacht ist nicht mehr da<br />
<strong>Du</strong> hast zuviel geredet, fühlst dich etwas falsch<br />
Das einzige was bleibt läuft <strong>dir</strong> bitter durch den Hals<br />
Und dann schlägt <strong>dein</strong> Herz<br />
(Olli Schulz &#038; Der Hund Marie: Dann schlägt dein Herz)</p></blockquote>
<p>Olli Schulz besingt seine Gefühle in einer bestimmten Situation. Er richtet dies jedoch direkt an den Hörer bzw. die Hörerin, indem er die 2. Person benutzt. Er hätte auch singen können: <em>Ich habe zuviel geredet</em> und so weiter. Doch es scheint, als habe er die Universalität dieses Gefühls betonen wollen: <em>Das kennen wir doch alle, wenn es einem so geht, dass …</em> – Dafür würde sich natürlich auch das Indefitivpronomen eignen, <em>man fühlt sich etwas falsch</em>, doch die ist in manchen Fällen, namentlich wenn sie nicht als Subjekt fungiert, unelegant: <em>Und dann schlägt das Herz von einem</em> – und darüber hinaus kann man die 2. Person auch mit dem Imperativ adressieren und hat damit eine Variationsmöglichkeit: <em>Nimm die Finger von dem Mädchen!</em></p>
<p>Dass <em>du</em> in manchen Fällen <em>man</em> entspricht, dürfte Sprachinteressierten schon vorher bekannt gewesen sein. Noch einen Schritt weiter geht die Verwendung der <strong>1. Person</strong>, oft als &#8220;lyrisches Ich&#8221;, wofür ich auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lyrisches_Ich#Beispiel">das Beispiel in der Wikipedia</a> verweise, zu dem erläutert wird: &#8220;Das Lyrische Ich ist hier eine fiktive Figur […]&#8221; – Die 1. Person Singular steht also für eine nicht genau bestimmte Person, genau wie <em>man</em> oder <em>du</em> oben.</p>
<p>Auch <strong><em>wir</em></strong>, die 1. Person des Plurals, kann in solchem Sinne verwendet werden: Das lyrische Ich kann auch als wir auftreten, aber auch gewisse <em>man</em>-Sätze können durch <em>wir</em>-Sätze ersetzt werden: <em>Diesem Phänomen begegnen wir …</em> (vgl. nächsten Abschnitt), was eine den Leser oder die Hörerin miteinbeziehende Form für <em>Diesem Phänomen begegnet man …</em> ist.</p>
<p>Und dann wäre da natürlich noch das <strong>Passiv</strong>, neben <em>man</em> die erste Wahl bei Texten, die objektiv (also unpersönlich) sein müssen (oder erscheinen sollen): <em>Daraus wird ersichtlich, dass …</em></p>
<p>Ebenso stehen <strong>weitere Indefinitpronomen</strong> zu Verfügung: <em>jemand, eine, einer, alle, jeder, jede</em> etc.</p>
<p>Die &#8220;kreative&#8221; Verwendung unbestimmter Formen erlaubt Umschreibungen und Ersetzung, die Abwechslung in einen Text bringen, aber auch jeweils einen eigenen Beigeschmack haben: &#8220;aggressives&#8221; <em>du</em>, Objektivität implizierendes Passiv, pathetisches <em>wir</em>, egozentrisches/persönliches <em>ich</em> und so weiter. Einem elaborierteren Variieren der Personalformen begegnen wir bei Kettcar. Hier wird gemischt, was das Zeug hält (Ähnliches liesse sich sicherlich auch in Gedichten finden; ich hab&#8217;s mehr mit der Musik):</p>
<blockquote><p>Das was <strong>du</strong> aussuchst<br />
<strong>Wir</strong> tauschen Zeit für Geld und hoffen<br />
[…]<br />
<strong>Ich</strong> wüsste wie es wirklich war<br />
Egal ist gleich vorbei<br />
Welcher Teil jetzt wirklich stimmt<br />
<strong>Ich</strong> war ja auch dabei<br />
Lächeln und still<br />
Am Ende steht immer die Null<br />
und was <strong>wir</strong> dafür halten<br />
(Kettcar: Nullsummenspiel)</p></blockquote>
<p>Der Text legt sich nicht auf <em>eine</em> Bezeichnung der Person fest, welche die besungenen Situationen durchlebt: <em>Du</em> suchst dir etwas aus, <em>wir</em> tauschen, <em>ich</em> wüsste. Es könnte auch heissen: <em>Das was man aussucht / Man tauscht Zeit für Geld […]</em> oder <em>Du weisst wie es wirklich war […] Du warst ja auch dabei</em> – Der Inhalt würde sich nur geringfügig ändern (worüber man sich natürlich streiten kann). Meine Interpretation ist die folgende: Dass durch die bewusste Vermischung der Personalformen ebenjene unwichtig werden, deutet darauf, dass ein Anspruch besteht, Gefühle und Gedanken, die viele kennen, zu artikulieren – es geht nicht um jemand Bestimmtes, jedeR könnte so fühlen. Die Auflösung der eigentlichen Bedeutung der Pronomina unterstreicht das.</p>
<h1>Andere Sprachen</h1>
<p><strong>Im Englischen</strong> behilft man sich in Ermanglung eines <em>man</em> mit <em>you</em>: <em>You can&#8217;t do that!</em> oder mit <em>they</em>: <em>They say that …</em> (&#8216;Man sagt, dass …&#8217;).</p>
<p><strong>Im Französischen</strong> wird das Indefinitpronomen <em>on</em> (&#8216;man&#8217;) oft für die 1. Person Plural eingesetzt: <em><strong>On</strong> va au ciné?</em> (&#8216;Gehen <strong>wir</strong> ins Kino?&#8217;) – dies ist das umgekehrte Phänomen des <em>wir</em> bei Kettcar, das für irgendjemand stehet.</p>
<p><strong>Im Spanischen</strong> (und soweit ich weiss, auch im Italienischen) gibt es eine Reflexivkonstruktion, die etwa dem deutschen <em>man</em> oder Passiv entspricht: <em>No se puede vivir sin aire.</em> (&#8216;Man kann nicht leben ohne Luft.&#8217;, wörtlich &#8216;Es kann sich nicht leben ohne Luft.&#8217;), <em>se vende</em> (&#8216;zu verkaufen&#8217;), <em>Se dice que …</em> (&#8216;Es wird gesagt, dass …&#8217;).</p>
<p>Das <strong>finnische</strong> &#8220;Passiv&#8221; ist eine weitere Variante, Handlungen ohne bestimmtes Subjekt auszudrücken. Es wird auch &#8220;4. Person&#8221; genannt, da es eine Handlung beschreibt, die von einer nicht definierten Person durchgeführt wird (&#8220;irgendjemand macht etwas&#8221;): <em>Kirja luetaan.</em> (&#8216;Das Buch wird gelesen&#8217;)</p>
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		<title>Stekare</title>
		<link>http://www.jimynu.ch/blog/2011/08/17/stekare/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 20:33:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehört]]></category>
		<category><![CDATA[schwedisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie das so ist mit Fremdsprachkursen, bleibt das am besten hängen, was am wenigsten nützt. Nach fett bra (etwa: krass... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2011/08/17/stekare/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie das so ist mit Fremdsprachkursen, bleibt das am besten hängen, was am wenigsten nützt. Nach <em>fett bra</em> (etwa: <em>krass gut</em>) war das <em>stekare</em> (ausgesprochen etwa ['ste:karə]).</p>
<p><em>Stekare</em> haben Poloshirts mit hochgeklapptem Kragen, sind etwas snobbig, geben viel Geld für Kleider und Frisur aus, gelen die Haare nach hinten und feiern teure Partys. Auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_von_Schweden">Daniel Westling</a> ist etwas <em>stekig</em>. Wer sich jetzt noch kein Bild machen kann, kriegt eins bei der <a href="http://www.google.ch/search?q=stekare&#038;um=1&#038;ie=UTF-8&#038;tbm=isch&#038;source=og&#038;sa=N&#038;hl=de&#038;tab=wi&#038;biw=1375&#038;bih=783">Google-Bildersuche</a>.</p>
<p><em>Stekare</em> leben im eher gehobenen Stockholmer Stadtteil Östermalm und fahren am Wochenende mit dem Motorboot nach Sandhamn. Dort liegen sie dann an der Sonne. Denn <em>steka</em> heisst eigentlich <em>braten</em>, oder eben auch <em>sonnenbaden</em>. Eine andere Etymologie, die ich gehört habe, gefällt mir fast noch besser und muss deshalb verbreitet werden: <em>Stekare</em> schmieren sich so viel Gel in die Haare, dass sie richtig schön fettig aussehen.</p>
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		<title>The thing that I love most is trying to kill me</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 10:48:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehört]]></category>
		<category><![CDATA[doppeldeutig]]></category>
		<category><![CDATA[englisch]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;The thing that I love most is trying to kill me.&#8221;, sprechsingt Mike Skinner alias The Streets in einem Lied... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2011/03/08/the-thing-that-i-love-most-is-trying-to-kill-me/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;The thing that I love most is trying to kill me.&#8221;</em>, sprechsingt Mike Skinner alias The Streets in einem Lied auf seinem neuen Album. Das ist schöner philosophisch angehauchter Pathos – oder halt, ist es nur ein makabrer Scherz?</p>
<p>Man kann es so oder so verstehen: <em>Was ich am meisten liebe, versucht mich umzubringen </em> oder <em>Was ich am meisten liebe, ist, versuchen mich umzubringen.</em> Was dann etwas an &#8220;Harold &#038; Maude&#8221; erinnert.</p>
<p>Die Zweideutigkeit funktioniert nur auf Englisch, weil die Verlaufsform gleich konstruiert wird wie ein Satz, bei dem zwei Teile gleichgesetzt werden: <em>X = Y</em>, z.B. <em>Loving is caring</em> – zweideutig wird es, wenn X sowohl das Subjekt zur Handlung in Y sein kann als auch etwas Abstaktes, das mit einer &#8220;ing-Form&#8221; gleichgesetzt wird, wie das bei <em>The thing that I love most</em> der Fall ist: Es kann handelndes Subjekt oder Abstraktum sein.</p>
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		<title>Strasse</title>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 11:57:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Straßen, in der Schweiz Strassen, hat jeder und jede vor der Tür. Doch mir geht es um die Strassen im... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2010/05/24/strasse/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Straßen</em>, in der Schweiz <em>Strassen</em>, hat jeder und jede vor der Tür. Doch mir geht es um die Strassen im Kartenspiel. Ich habe mich gefragt, weshalb das englische Pendant <em>straight</em> heisst, also &#8216;Gerade&#8217;.</p>
<p>Laut dem <a href="http://www.etymonline.com/index.php?term=straight">Online Etymology Dictionary</a> ist die Bezeichnung <em>straight</em> im Poker 1841 erstmalig belegt. Im gleichzeitig begonnenen <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?mode=hierarchy&#038;textsize=600&#038;lemid=GS49376&#038;query_start=1&#038;totalhits=0&#038;textword=&#038;locpattern=&#038;textpattern=&#038;lemmapattern=&#038;verspattern=#GS49376L0">Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm</a> ist diese Bedeutung von <em>Strasse</em> (bzw. <em>Strasze</em>) nicht verzeichnet.</p>
<p>Wir schliessen, dass die englische <em>straight</em> höchstwahrscheinlich <strong>vor</strong> der deutschen <em>Strasse</em> war. Nicht ganz ausschliessen kann man aber, dass das Wort schon vorher für eine ansteigende Abfolge von Karten in Gebrauch war. Beim Jassen nennt sich das allerdings <em>ein Weis</em> oder einfach <em>Dreiblatt, Vierblatt etc.</em> Beim <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Poch">Pochen</a></em>, nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pokern#Geschichte_und_Etymologie">Wikipedia</a> Vorläufer des Pokerns und nach <a href="http://www.etymonline.com/index.php?term=poker">Online Etymology Dictionary</a> wahrscheinlich auch Namensgeber, gab es keine Strasse.</p>
<p>Gehen wir also von der erstgenannten Möglichkeit aus: Das Englische war zuerst. Demnach ist <em>Strasse</em> entweder eine falsche Lehnübersetzung oder eine Neubildung, eventuell (oder sogar wahrscheinlich) mit Einfluss des englischen Terminus. Eine <strong>Neubildung</strong> würde heissen, unabhängig vom Englischen hätte sich die Bezeichnung <em>Strasse</em> entwickelt – doch dass ein so ähnlich klingendes Wort ohne Einfluss von <em>straigt</em> herausbildete, halte ich für unwahrscheinlich. Also würde ich mutmassen, dass es eine <strong>Lehnübersetzung</strong> ist, allerdings nicht mit dem normalerweise <em>straigt</em> entsprechenden <em>Gerade</em>, sondern mit der &#8220;falschen&#8221; Entsprechung <em>Strasse</em>. Dies scheint für deutsche Ohren schöner geklungen zu haben als das eher technische Wort <em>Gerade</em> und die metaphorische Übertragung wurde wohl ebenfalls als chic empfunden.</p>
<p>Eine Weitere Möglichkeit wäre, dass das Englische <em>straight</em> via eine andere Sprache, wo das gleiche Wort für <em>Strasse/street</em> und <em>Gerade/straight</em> stehen kann, ins Deutsche gekommen ist. Mir fiele da Niederländisch ein, das ich aber nicht spreche. An dieser Stelle müsste man auch wissen, auf welchem Wege das erste Spiel mit Strasse nach Europa kam. Oder man bräuchte eine Zeitmaschine, um schnell kucken zu gehen. Und vielleicht fallen einem mit einer lebhafteren Fantasie noch viel mehr Möglichkeiten ein&#8230;</p>
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		<title>Binde-R</title>
		<link>http://www.jimynu.ch/blog/2010/01/29/binde-r/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 09:25:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehört]]></category>
		<category><![CDATA[analogie]]></category>
		<category><![CDATA[britisch]]></category>
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		<category><![CDATA[hyperkorrektur]]></category>
		<category><![CDATA[Linking R]]></category>
		<category><![CDATA[received pronounciation]]></category>

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		<description><![CDATA[Oasis haben mich mit &#8220;Champagne Supernova&#8221; gerade auf einen Gedanken gebracht, und zwar einen ferner liegenden als eine rauschende Party... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2010/01/29/binde-r/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oasis haben mich mit &#8220;Champagne Supernova&#8221; gerade auf einen Gedanken gebracht, und zwar einen ferner liegenden als eine rauschende Party zu feiern: mal schnell das Binde-R des (britischen) Englischen vorzustellen.</p>
<p>Die betreffende Textzeile heisst <em>Champagne Supernova in the sky</em>, doch der gute Mann scheint zu singen <em>Champagne Supernova<strong>r</strong> in the sky</em>.</p>
<p>Dieses Phänomen, englisch als <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Linking_and_intrusive_R"><em>Linking R</em></a> bezeichnet, ist ein Beispiel für eine Hyperkorrektur (Überkorrektur).</p>
<p>In einigen Sprachen lässt sich die Tendenz beobachten, Vokale voneinander abzugrenzen: Im Deutschen sprechen wir einen Glottisschlag [ʔ] vor vokalisch anlautenden Worten (dieser &#8220;Knacks&#8221; zwischen <em>die _ Insel</em>), in der französischen Grammatik spricht man von <em>Liaison</em>, wenn stumme (nurmehr geschriebene, aber nicht gesprochene) auslautende Konsonanten vor Vokalen ausgesprochen werden (<em>les‿amis</em>). In bestimmten Fällen, wo zwei Vokale aufeinander treffen, wird sogar ein <em>t</em> eingeschoben (<em>demande-t-il</em>). <span class="kleiner">Der Vollständigkeit halber sollte man auch erwähnen, dass in anderen Sprachen genau das Umgekehrte passiert, z.B. spanisch <em>dado</em>, das oft wie <em>dao</em> ausgesprochen wird. Das führt mitunter dann wieder zu einer Hyperkorrektur von <em>Bilbao</em> oder <em>bacalao</em>.</span></p>
<p>Im britischen Englisch übernimmt also das <em>r</em> diese Bindefunktion. Wie kam es dazu?</p>
<p>Das britische Englisch (sowie einige andere englische Varianten) ist ein nicht-rhotischer Dialekt des Englischen. Will heissen, dass anders als z.B. im amerikanischen Englisch ein postvokalisches <em>r</em> &#8220;verschluckt&#8221; wird, man sagt eher <em>teacha</em> als <em>teacher</em>. Wo das <em>r</em> am Wortende als &#8220;Scharnier&#8221; fungierte, blieb es jedoch ausgesprochen, und irgendwann fügte man auch dort ein <em>r</em> ein, wo ein Wort auf Vokal endet. Das Binde-r zwischen Vokalen wurde also verallgemeinert. Zur Verdeutlichung:</p>
<p>I&#8217;m a teacher /aɪm ə ti:tʃə/ (früher /aɪm ə ti:tʃə<strong>r</strong>/)<br />
I&#8217;m a teacher in London /aɪm ə ti:tʃə<strong>r‿</strong>ɪn lʌndən/ (<em>r</em> weiterhin ausgesprochen weil zwischen zwei Vokalen)<br />
Supernova /su:pənəʊvə/ (gleich wie früher; kein <em>r</em> am Ende)<br />
Supernova in the sky /su:pənəʊvə<strong>r‿</strong>ɪn ðə skaɪ/ (in Analogie zu <em>teacher‿in</em> wird ein Binde-R eingefügt)</p>
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		<title>Meines Erachtens nach</title>
		<link>http://www.jimynu.ch/blog/2010/01/01/meines-erachtens-nach/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 21:42:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gehört]]></category>

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		<description><![CDATA[Ähnlich wie zumindestens hat meines Erachtens nach etwas unglücklich Redundantes.
Ich könnte mir vorstellen, dass es sich so zugetragen hat:
Es waren... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2010/01/01/meines-erachtens-nach/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ähnlich wie <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2008/04/28/doppelt-gemoppelt/">zumindestens</a> hat <em>meines Erachtens nach</em> etwas unglücklich Redundantes.</p>
<p>Ich könnte mir vorstellen, dass es sich so zugetragen hat:</p>
<p>Es waren einmal zwei Redewendungen, eine heiss <em>meines Erachtens</em>, die andere <em>meiner Meinung nach</em>. Ihre Bedeutung war nur unwesentlich anders; sie fungierten beide als Einschub, der auf Subjektivität hinwies. <em>Meines Erachtens</em> war stolz auf ihre adlige Herkunft: Sie stammte nämlich von einem Genitiv ab.</p>
<p><em>Meiner Meinung nach</em> konnte mit diesem Traditionalismus nichts anfangen. Er fühlte sich gut in seinem modernen Kleid aus Postposition und Dativ. Als er immer geläufiger wurde, sah er seine Stunde gekommen: Die Menschen würden – nicht erkennend, dass Genitiv und <em>nach</em> gar nicht zusammenpassen – die Postposition auf <em>meines Erachtens</em> übertragen und es zu <em>meines Erachtens nach</em> machen.</p>
<p>So geschah es, und während sich <em>meiner Meinung nach</em> ins Fäustchen lachte, wurde <em>meines Erachtens</em> zunehmend verhunzt – ihr Genitiv war schon so erstarrt, dass sie ihn trotz der Postposition <em>nach</em>, für deren Ergänzung sie eines Dativs bedurft hätte, nicht mehr abstreifen konnte.</p>
<p>Nicht genug originell, um als <a href="http://www.youtube.com/watch?v=JpMU3P4ZlBo">Jugendwort des Jahres</a> gefeiert zu werden, fristete sie ein Dasein voller Rachegelüste, was <em>meiner Meinung nach</em> gefiel. Und sind sie noch nicht gestorben, geht der Sprachwandel weiter.</p>
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		<title>What a wonderful word</title>
		<link>http://www.jimynu.ch/blog/2009/03/13/what-a-wonderful-word/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 00:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Clusterfuck
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=clusterfuck">Clusterfuck</a></p>
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		<title>Koryphäe</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 16:39:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
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Die Koryphäe... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2009/02/21/koryphae/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>schreibt man mit Ypsilon. Wollte ich nur mal gesagt haben. Für alles weitere hat der moderne Mensch die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Koryphäe">Wikipedia</a>:</p>
<blockquote><p>Die Koryphäe (griechisch κορυφή, korüfe, „die Spitze, der Gipfel“, über lateinisch <em>coryphaea</em> und französisch <em>coryphée</em> ins Deutsche) bezeichnet heutzutage meistens eine herausragende Persönlichkeit in einem wissenschaftlichen Fachgebiet; ursprünglich einen Anführer, insbesondere den Chorführer in der griechischen Tragödie
</p></blockquote>
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		<title>Besserwisseri</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 13:42:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass kindergarden und schadenfreude ins Englische Einzug gehalten haben, sollte sich herumgesprochen haben. Doch heute ist mir ein so schönes... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2009/02/13/besservisseri/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass <em>kindergarden</em> und <em>schadenfreude</em> ins Englische Einzug gehalten haben, sollte sich herumgesprochen haben. Doch heute ist mir ein so schönes Lehnwort über den Weg gelaufen, dass ich es niemandem vorenthalten will: Auch die Finnen kennen den deutschen <em>Besserwisser</em> – allerdings &#8220;eingefinnt&#8221; als <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1851260,00.html">besserwisseri</a> (<a href="http://en.wiktionary.org/wiki/besserwisser">Deklination: besserwisseri, besserwisserin, besserwisseriä, &#8230;</a>).</p>
<p>Gehört habe ich davon bei <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,2421549,00.html">Sprachbar</a>, einem Podcast von der Deutschen Welle. Der Link steht schon lange in der Blogroll, jetzt sogar wieder richtig verlinkt, doch an dieser Stelle will ich nochmals eine explizite Empfehlung abgeben: <a href="http://www.dw-world.de/sprachbar?maca=de-podcast_sprachbar-835-xml-mrss">Sprachbar</a> und <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1851260,00.html">Stichwort</a> von der Deutschen Welle – nicht nur für Deutsch Lernende ein Ohrenschmaus!</p>
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		<title>Ein Telefonat mit der Grossmutter</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 00:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kim</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ist in mancher Hinsicht nicht so verkehrt. Unter anderem lernte ich gestern einen Ausdruck der Überraschung, den ich gerne verbreitet... <a href="http://www.jimynu.ch/blog/2009/02/09/ein-telefonat-mit-der-grossmutter/" style="white-space:nowrap;"><em>weiterlesen &#187;</em></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ist in mancher Hinsicht nicht so verkehrt. Unter anderem lernte ich gestern einen Ausdruck der Überraschung, den ich gerne verbreitet sehen würde, also flugs gepostet:</p>
<p><strong>Bhüet Sie de Hüenervogel!</strong></p>
]]></content:encoded>
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